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Luther und Gnade

Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.
Römer 3,24


Heute möchte ich zuerst Martin Luther Bild von Martin Lutherzu Wort kommen lassen:

"Nicht, wer viel Werke tut, ist gerecht, sondern wer ohne Werk viel an Christus glaubt. Denn die vor Gott geltende Gerechtigkeit erwirbt man nicht durch ständige Wiederholung von einzelnen Handlungen, wie Aristoteles lehrt, sondern sie wird durch den Glauben eingegossen." (M.Lutherin 25. These der Heidelberger Disputation 1518 - WA 1, 364)

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Zur Erklärung:
Der von Aristoteles geprägte scholastische Tugendbegriff beinhaltete etwas, was wir sprichwörtlich kennen: Übung macht den Meister. Wer sich ständig in der Gerechtigkeit übt, der ist am Ende selbst gerecht. Dagegen betonte Luther, der Mensch werde nicht durch Übung gerecht, jedenfalls nicht vor Gott. Er kann nicht üben, einer zu sein, der Gott liebt und der will, dass Gott Gott ist.

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Der Vater Jesu Christi ist barmherziger mit uns, als wir es mit uns selbst sind. Wir sind ihm wichtig und kostbar, auch wenn wir unvollkommen sind. Er will uns immer wieder neu helfen, damit die Bruchstücke unseres Lebens zu einem sinnvollen Ganzen werden.
akesios - 12. Feb, 15:58

zaddikim aller länder...

ich kenne genügend "gerechte", die nicht an Christus glauben. sie glauben auch, aber halt nicht an den christlichen gott. "tugend" haben nicht die christen erfunden (die mosaischen auch nicht, auch wenn ich den hebräischen begriff im titel gewählt hab).

warum hab ich bei christen immer das gefühl, dass immer das wort "nur" impliziert wird? in diesem falle: "nur wer an Christus glaubt..."

Glaube also. glaube statt werke, glaube statt worte, glaube statt ...? sola fide.

die "alten griechen" hatten eher die meinung, dass orthopraxie (rechtes tun) wichtiger wäre als orthodoxie (rechter glaube) - und ich denk mal, wenn ich in meinem blut am strassenrand liege, ist mir ein "ungläubiger", der erste hilfe leistet, lieber als 20 pfarrer, die daneben stehen und um mein seelenheil beten. blödes beispiel?

ok, ein anderes: ich weiss ja nicht, wie es bei den lutheranern ist, aber die katholen wären hoffnungslos inb der breduille, wenn es keine menschen gäbe, die (a) sich um den kirchenschmuck kümmerten, (b) den klingelbeutel füllten, (c) pfarrgemeinderat oder (d) andere ehrenamtliche tätigkeiten machten, etc. tun, nicht nur glauben. und, wenn wir uns ehrlich sind, rechtes tun und rechter glaube arbeiten doch bei einem echten gläubigen (egal welcher religion) hand in hand, gehören zusammen, und eines ohne das andere ist schrott. obwohl die henne-oder-ei-diskussion möglich wäre, was zuerst da sein muss: der glaube oder die handlung - aber auch da hab ich schon beides erlebt...

Prediger - 12. Feb, 16:15

Luther würde dir, denke ich, vehement widersprechen.

Nicht die Werke zählen, sondern allein der glaube. Allein der glaube macht dich gerecht. natürlich folgt daraus die freisetzung zum tun, aber nicht um etwas zu empfangen oder zu erreichen, sondern um als beschenkter weiterzugeben, was man empfangen hat, nämlich leben, zuwendung, liebe, annahme, vergebung. dass die "alten griechen" auch von aristoteles geprägt waren - wen wunderts?
natürlich ist mir, wenn ich hilfe benötige, die hilfe lieber als irgendwelches frommes geschwätz! (die frommen schwätzer gibt es übrigens auch in jeder religion.)
gerade durch die gerechtsprechung durch gott, bekommt die hilfe eine andere qualität, weil es eben kein verkrampftes "ich muss helfen, sonst komme ich in die hölle" ( oder "ich muss märtyrer werden, um ins paradies zu kommen") ist, sondern eine zuwendung, "weil mir geholfen wurde". wer viel zuwendung bekommen hat, kann auch viel geben. dass das nicht alle tun, das steht auf einem anderen blatt.
akesios - 12. Feb, 16:33

also ich hab damit kein problem

...noch nie gehabt. ich tue "gutes" weder, um in irgendeinen himmel zu kommen, noch um nicht in irgendeine hölle zu kommen (an das glaub ich nämlich beides nicht), noch aus sonst irgendwelchen von einer religion diktierten gründen, ich tue es, weil ich mich dabei wohl fühle, weil es mir dabei gut geht. so wie sich manche vielleicht irre freuen, wenn sie ein gutes geschäft gemacht haben, so freut es mich, wenn ich zB die dankbarkeit eines menschen erkennen kann (u.a. darum bin ich auch altenpfleger).

nach meiner religiösen überzeugung kann ein mensch auch ohne ausschüttung der gnade irgendeiner gottheit gut leben (so wie eine pflanze ohne kunstdünger auch wächst - das hat sich "die natur" nämlich so "ausgedacht"). klar lebt es sich besser, wenn man "in der gnade ist", aber ich denke mal, dass sich die götter wohl nicht zur gnaden-ausschüttung erpressen lassen mit noch so viel glauben.
Prediger - 12. Feb, 17:36

Wieso

erpressen? Glaube heißt doch in erster Linie "vertrauen", nicht nur ein "für-wahrhalten". Gott wird dadurch doch nicht erpresst? Das Leben wird nicht erpresst, wenn ich ihm vertraue. Und wenn ich dadurch mehr, besser, intensiver leben kann, dann hat das mit Erpressung gar nichts zu tun.
Übringens ist Gutes tun, um sich dadurch gut zu fühlen auch so eine Sache. Dadurch wird das Tun instrumentalisiert und derjenige, dem Gutes getan wird zum Objekt, durch das ich etwas erreiche, oder?
Gutes tun, weil ich beschenkt bin und weitergebe, bietet hier eine andere Motivation. Weil ich mich gut (Folge der Gnade oder der Gerechtsprechung) fühle, tue ich Gutes. Das macht den "Bedürftigen" zum Subjekt und zum Gegenüber, nicht zum "Mitel zum Zweck". (aber so hast du das sicher nicht gemeint - sonst würdest du in deinem Job schnell ausbrennen)
akesios - 12. Feb, 18:34

langsam...

...wirds spannend. aber da ein weblog kein forum ist, fasse ich mich kurz.

1) erpressung: damit meinte ich die beliebte "hey, du, gott, ich bete zu dir, also tu auch was für mich"-mentalität. natürlich "glaubt" der mensch, der das sagt, an gott, sonst würde er das nicht sagen. und er vertraut sich er auch in einem gewinnsen maß darauf, dass etwas passiert. (allerdings sind viele frustriert, weil sie so und so oft schon gebetet etc. haben, und nix is passiert)
2) deiner meinung nach tut man gutes, um etwas weiter zu geben - diese ominöse "gnade", die man empfangen hat, und derentwegen man sich gut fühlt. wieder mal: henne oder ei? was war denn wirklich zuerst da? die gnade, oder der mensch, der sie empfängt, oder der wunsch, etwas weiter zu geben, zu be-wirken? ist das nicht alles ein einziges gebilde, etwa so wie das yin-yang-modell? das göttliche im menschen (siehe: ebenbild gottes) zieht doch die "gnade" an, und wirkt auf andere menschen, und in mir selbst, und das alles, ohne wirklich unterscheiden zu können. ich lebe ja auch aus der gnade meines gottes (i.e. Apollon), oder wo glaubst du, nehme ich die kraft her?

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